Krieg der Sterne - zur Raumwahrnehmung plastischer Körper

Zeichnen und plastisches Gestalten mit diversen Materialien (2012/13). Jakob-Muth-Schule, Am Bögelsknappen, 45219 Essen.

  • Der Film „Krieg der Sterne“ führt in phantastischen Abenteuern mit einem Arsenal von sterblichen und unsterblichen Wesen, hochentwickelter Technik und ihrem Einsatz an unterschiedlichsten Orten, die Bedingungen der unendlichen Weite des Weltalls vor. Seine Handlung bildet den Ausgangspunkt für eine bildhauerische Auseinandersetzung mit dem Weltraum. Dieser Raum ist grenzenlos, ohne Anfang und Ende. Planeten, Sterne, Gaswolken, Spiralnebel, dunkle Materie und Satelliten bilden ein System kreisender Himmelskörper. Ihr Licht zeigt sein Vorhandensein. Die unendliche Ausdehnung des Raums sprengt die Grenzen unserer Raumerfahrung und „begrenzten“ Vorstellung. Um so
    mehr fordert dieser unvorstellbare Raum, sein Beziehungssystem von Körpern und Erscheinungen, dazu heraus, sich eigene Bilder vom Weltraum zu machen, und die eigene Fantasie in Gang zu setzen.

    Unsere Vorstellungen vom Weltraum wollen wir in einem Werkprozess plastisch formen und malerisch umsetzen. Es werden eigenständige Skulpturen, Materialcollagen und Bilder entstehen. Raum lässt sich jedoch erst über seine Begrenzung und plastische Elemente, die seine Leere unterbrechen, erleben. Genau dies wollen wir mit einem Ausstellungsraum erreichen. Im Zusammenwirken aller entstandenen Exponate
    entsteht ein begehbares „Weltraummodell“, ein von Aliens und Astronauten bevölkertes Planetensystem, in dem Flugobjekte kreisen, Sonnen, Spiralnebel und schwarze Löcher zum Hinschauen verführen. Dazu laden wir alle Mitschüler, Lehrer, Eltern, Großeltern und Freunde ein.

    Als Einstieg in das Thema und Anregung für die praktische Umsetzung setzen wir uns mit dem Werk der Bildhauer Thomas Schütte und Thomas Virnich auseinander. Ebenso beziehen wir Bildmaterial aus dem Katalog der Pariser Ausstellung „Stardust oú la frontiere derniére“ (Guy Alliot, Andreas Gursky, Tony Cragg, Gilles Barbier, Sylvie Fleury, Yinka Shonibare u. a.) mit ein und aus der Sachliteratur. Praktisch beginnen wir mit Zeichnungen, Malereien und Materialcollagen, in denen wir unsere Fantasien vom Weltraum festhalten und klären. In malerischen Experimenten wie Spritzen, Klecksen, Spachteln entstehen z. B. Bilder der Milchstraße oder von schwarzen Löchern. Spannend daneben Fotos aus dem Weltraum zu sehen oder die früheste Abbildung der Milchstraße auf Adam Elsheimers Ölgemälde „Ruhe auf der Flucht aus Ägypten“ aus dem 15. Jhrdt.

    Unsere plastischen Ideen wie Raketen, Ufos, geheimnisvolle Galaxien, Weltraumfahrzeuge, Marsmenschen u. a. setzen wir, je nach Aufwand, allein oder in Teamarbeit um. Dabei experimentieren wir mit der Geometrie der Körper, lernen Probleme der Statik kennen, entdecken und formen plastische Materialien zu Oberflächen und Massen wie Planetenkruste und Kraterlöchern oder dem Volumen eines Spiralnebels. Dieses Projekt bietet Spielraum zum Erfinden, Entdecken und Experimentieren. Unterschiedlichste Materialien und Techniken werden vermittelt und erprobt, um differenzierte Formen und Figuren für das Universum zu schaffen.